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Bhutan Studienreisen

Punakha Dzong

Der Palast der Freude und des Glücks

Die Festung wurde 1637/38 von Zhabdrung Namgyal erbaut. Dzongs sind die administrativen und religiösen Zentren ihres Verwaltungsbezirks, sie sind Symbole für die Einheit und Identität Bhutans. Auch ein großer Teil des sozialen Lebens spielt sich dort ab und es werden große Feste gefeiert. Sie dienten dank ihrer strategisch geschickten Lage als militärischer Stützpunkte und als Wehranlagen. Außerdem sind immer auch buddhistische Klöster darin untergebracht, der Punakha Dzong ist das Winterquartier des Je Khenpo, des Kirchenoberhaupts. Der Dzong ist auch bekannt als Pungtang Dechen Photrang Dzong, als „Palast der Freude und des Glücks“.

Der Punakha Dzong ist der zweitgrößte und zweitälteste Dzong in Bhutan und gleichzeitig einer der prachtvollsten. Im Laufe der Zeit wurde er immer wieder erweitert und umgebaut. Feuer, Erdbeben und Hochwasser zerstörten Teile der Festung, sie wurde aber immer wieder nach ihren alten Plänen und traditionellen Bauweisen neu aufgebaut. Nach einem großen Brand 1986 wurde beispielsweise eine große Gebetshalle neu dazu gebaut. Zuletzt richteten 1994 Hochwasser und Flutwellen vom nahegelegenen Gletscher großen Schaden an. Außenwände wurden zerstört und es kamen dabei einige Menschen ums Leben, vor dem Dzong erinnert eine Gedenktafel an die Toten des Hochwassers.
Im Laufe der Zeit wurde der Punakha Dzong Zeuge vieler großer Ereignisse. Zhabdrung Namgyal, der als Gründer des Staates Bhutan gilt und den Punakha Dzong erbauen ließ, lebte und starb dort und sein einbalsamierter Leichnam befindet sich im Dzong. Viele religiöse Oberhäupter lebten im Punakha Dzong, auch ihre sterblichen Überreste werden aufbewahrt.
1907 fand dort die Krönung des ersten Königs statt, seither wurden alle neuen Könige dort gekrönt und in ihr Amt eingesetzt. 1910 wurde dort der Vertrag zwischen England und Bhutan unterzeichnet, der Bhutan innenpolitische Autonomie zusicherte. Und 2011 fand dort die Hochzeit des amtierenden bhutanischen Königs Jigme Khesar Namgyel Wangchuck statt. Lange Zeit war Punakha die Hauptstadt Bhutans, deshalb befand sich bis 1955 auch der Regierungssitz im Dzong.

Im Dzong gibt es viel zu sehen, die Architektur ist farbenprächtig und beeindruckend, Innen- und Außenwände sind reich verziert und mit zahlreichen Bildern und Symbolen, Mosaiken und Intarsien geschmückt. In der Versammlungshalle trifft man auf einen riesigen Buddha, daneben sind Statuen vom Guru und vom Staatsgründer zu finden. Die Decke der Halle ist über und über mit Drachen bemalt. An einer Seitenwand befindet sich wunderschönes Gemälde mit den zwölf Episoden des Lebens des Buddhas. Zahlreiche Mönche leben im Dzong und Besucher haben gute Chancen dort den geistlichen und weltlichen Oberhäuptern Bhutans zu begegnen.
Besonders bekannt und bemerkenswert sind die Feste, die im Dzong gefeiert werden, wie etwa das religiöse Fest Tsechu (meistens im Oktober) oder das Demonche (meist im Frühjahr), das auch Punakha Festival genannt wird. Die Feier dauert fünf Tage und wurde ursprünglich zur Feier des Sieges über die Tibeter und ihre Vertreibung 1936 gefeiert. Menschen aus allen Dörfern, auch aus abgelegenen Teilen des Bezirks, reisen dafür an. Dort finden viele Feierlichkeiten und spezielle Theateraufführungen statt. Manche Reliquien des Dzongs werden nur in dieser Zeit der Öffentlichkeit präsentiert. Am letzen Tag wird das Bildnis des Staatsgründers feierlich in einer Prozession an das Flussufer getragen, im Anschluss daran findet ein traditioneller Maskentanz statt.

Der Dzong liegt majestätisch zwischen den zwei Flüssen Pho Chhu und Mo Chhu („Vater“ und „Mutter“). Die sechsstöckige Festung ist 180 Meter lang und 72 Meter breit und wurde in dem für alle Dzongs typischen Stil erbaut, mit hohen weißen Außenwänden, einem breiten roten Streifen und Dächern im chinesischen Stil. Der Hauptturm („Utse“) nimmt eine zentrale Stellung ein, ebenso wie die drei Innenhöfe. Nicht alle Teile des Bauwerks sind für Besucher zugänglich. Im ersten Innenhof befinden sich die Büros der Bezirksadministration, ebenso wie eine Kapelle. Im zweiten Innenhof befinden sich die Unterkünfte der Mönche und zwei historische königliche Hallen. Der Turm mit dem Tempel trennt die ersten zwei Innenhöfe. Im dritten Innenhof werden die Überreste des Staatsgründers und der religiösen Oberhäupter aufbewahrt und verehrt.